In diesem Artikel

    Facility Management: Reinigung als wichtiger Teilbereich

    Die Gebäudereinigung in Deutschland ist ein 24,3-Milliarden-€-Markt. Sie trägt innerhalb des Facility Managements zum Werterhalt, zur Gesundheitsvorsorge und zur Betriebssicherheit bei. In diesem Artikel erfährst du, wie Reinigung als Teil des Facility Managements wirklich sauber organisiert wird, welche Standards 2025 gelten und worauf du in der Praxis wirklich achten musst.

    Was umfasst der Teilbereich Reinigung im Facility Management?

    Die Reinigung im Facility Management ist klar definiert: Sie gehört zum infrastrukturellen Facility Management und umfasst alle regelmäßig durchgeführten Maßnahmen zur Sauberkeit und Hygiene in und an Gebäuden.

    Die Leistungen der Reinigung lassen sich in drei Hauptkategorien einteilen:

    BereichBeschreibung
    UnterhaltsreinigungTägliche oder regelmäßige Reinigung von Nutzflächen: Böden, Sanitärbereiche, Arbeitsplätze.
    SonderreinigungMaßnahmen bei besonderem Anlass oder Bedarf: Fenster, Fassaden, Grundreinigung.

    Diese Aufgaben können intern organisiert oder an externe Dienstleister vergeben werden. Nötig ist immer ein belastbares Reinigungskonzept, das Frequenzen, Verfahren, Zuständigkeiten und Qualitätsstandards verbindlich regelt.

    Abgrenzung der Reinigung zu anderen Facility Management-Leistungen

    Der Bereich Reinigung ist nicht zu verwechseln mit Wartung, Instandhaltung oder Entsorgung. Diese Leistungen fallen unter das technische oder kaufmännische Facility Management. Dort geht es um den Betrieb technischer Anlagen, um rechtliche Prüfpflichten oder um Verträge und Kostenplanung.

    Die Reinigung steht unabhängig, arbeitet aber eng mit diesen Bereichen zusammen, etwa bei der Koordination von Zugängen, Zeitfenstern oder sicherheitsrelevanten Bereichen.

    Reinigungsmaschine

    Anforderungen und Herausforderungen an die Reinigungsleistungen im Facility Management

    Die Reinigung im Facility Management erfordert eine strukturierte Planung und laufende Qualitätskontrolle. In stark frequentierten Bereichen wie Schulen, Krankenhäusern oder Produktionsflächen wirken sich Fehler bei der Organisation direkt auf Gesundheit, Betriebssicherheit und Werterhalt aus. Hygiene, Sauberkeit und Materialschutz erfordern viel Struktur und klare Abläufe.

    Gesetzliche Anforderungen und Normen

    Das Reinigungsmanagement muss geltende Vorschriften einhalten. Relevante Vorgaben sind unter anderem:

    • Arbeitsschutzgesetz (ArbSchG): beschreibt Anforderungen für sichere Arbeitsbedingungen, auch für Reinigungspersonal
    • Infektionsschutzgesetz (IfSG): regelt Hygienemaßnahmen in medizinischen und öffentlich zugänglichen Einrichtungen
    • DIN EN 13549: definiert Qualitätsstandards und Kontrollverfahren für die Gebäudereinigung
    • TRBA 250: beschreibt Schutzmaßnahmen beim Umgang mit biologischen Arbeitsstoffen, z. B. in der Reinigung von Kliniken oder Laboren

    Typische Herausforderungen in Reinigung und Facility Management

    Im Jahr 2025 sehen sich viele Unternehmen mit diesen Herausforderungen konfrontiert:

    HerausforderungBeschreibung
    PersonalmangelQualifiziertes Reinigungspersonal ist schwer zu finden und zu binden.
    Schwankende NutzungUnregelmäßige Gebäudenutzung (z. B. durch hybride Arbeitsmodelle) erschwert die Planung.
    DokumentationspflichtNachweise über Reinigung und Hygiene müssen rechtssicher geführt werden.
    Budget- und ZeitdruckHohe Ansprüche an Sauberkeit treffen auf enge Ressourcen.

    Wie wird die Reinigung im Facility Management organisiert?

    Sobald du als Facility Manager ein Objekt übernimmst, gehört die Reinigung zu deinem Verantwortungsbereich. Du steuerst die Leistung, legst Standards fest und überwachst die Umsetzung.

    Dabei spielt es keine Rolle, ob die Reinigung über interne Kräfte abgedeckt wird oder über einen externen Dienstleister zugekauft wird.

    Bedarfsanalyse für die Reinigung

    Du beginnst mit einer Bestandsaufnahme, da unterschiedliche Bereiche auch unterschiedliche Reinigungspläne erfordern. Ein Konferenzraum braucht ein anderes Intervall als eine Produktionshalle oder ein Pausenraum. Deshalb gilt:

    • Welche Flächen gibt es? (Büros, Sanitäranlagen, Verkehrswege, Technikräume etc.)
    • Welche Reinigungsintervalle gelten aktuell?
    • Welche Verträge, Leistungsverzeichnisse oder Qualitätsberichte liegen vor?
    • Gibt es bekannte Problemzonen oder Beschwerden?

    Erst wenn du diese Punkte kennst, kannst du einen (neuen) Reinigungsplan entwickeln, der zur tatsächlichen Nutzung passt.

    Reinigungsleistungen definieren

    Du entscheidest, ob intern gereinigt wird oder über einen Dienstleister.

    Falls extern:

    • Du prüfst die Verträge auf Klarheit, Leistungstiefe, Laufzeit und Eskalationsregeln.
    • Du sprichst mit der Objektleitung des Dienstleisters und klärst Erwartungen.
    • Du planst regelmäßige Kontrollgänge oder Qualitätsprüfungen (z. B. nach DIN EN 13549).

    Falls intern:

    Du steuerst die Personalplanung, Urlaubsvertretung, Produktauswahl und Kontrolle selbst.

     

    Gleich für intern und extern:

    Ein gutes Leistungsverzeichnis nennt die Reinigungsmethode, das -Material, das -Intervall und beschreibt die Fläche konkret. Zum Beispiel:

    Fußboden PVC: feucht wischen, mit pH-neutralem Reinigungsmittel, fünfmal pro Woche.

    Angaben dieser Art helfen dir, anschließend die Reinigungsqualität zu bewerten und die Vorgaben ggf. anzupassen. Auch der Zeitaufwand und das Budget lassen sich über die Zeit feinjustieren, solange im ersten Schritt eine solche Vorgabe existiert. Nutze dabei anerkannte Standards wie die DIN EN 13549.

    Qualitätskontrolle und laufender Betrieb

    Im Arbeitsalltag prüfst du, ob die Reinigung wie vereinbart läuft. Du reagierst auf Rückmeldungen, passt Intervalle bei Bedarf an und dokumentierst fehlerhafte Sachverhalte. Für die Qualitätskontrolle der Reinigungsleistungen brauchst du eine regelmäßige Kontrolle:

    • Objektleiter (oder du selbst) führen Stichproben durch.
    • Mitarbeiter melden Auffälligkeiten direkt (z. B. via QR-Code am Raum).
    • Mängel werden dokumentiert und nachverfolgt.
    • Rücksprache mit Nutzern führen, wenn Beschwerden kommen.
    • Störungen oder Sonderreinigungen koordinieren (z. B. nach Umbauten).
    • Lieferengpässe bei Reinigungsmitteln oder Ausfällen im Personal ausgleichen.


    So baust du ein System, das verlässlich Rückmeldung liefert, aber nicht überreguliert. Und du bleibst handlungs- und anpassungsfähig, wenn etwas nicht passen sollte.

    Trends im Bereich Reinigung des Facility Management 2025

    Die Reinigung im Facility Management wird 2025 geprägt durch drei Entwicklungen: Automatisierung durch Robotertechnik, datenbasierte Steuerung mithilfe von Software und der wachsende Druck zu mehr Nachhaltigkeit bei Produkten und Prozessen.

    Automatisierung & Reinigungsroboter

    Reinigungsroboter übernehmen zunehmend Aufgaben in Bürogebäuden, Lagerhallen und öffentlichen Einrichtungen. Hersteller wie Kärcher, Nilfisk und Cleanfix bieten autonome Bodenreinigungsgeräte speziell für den professionellen Einsatz an. Laut einer aktuellen Marktprognose wird der globale Markt für Reinigungsroboter bis Ende 2025 rund 17 Milliarden US-Dollar erreichen, bei einer durchschnittlichen Wachstumsrate von 24 %.

    Digitalisierung & Daten für die Reinigung

    Unternehmen integrieren Bewegungssensoren, Luftqualitätssensoren und Füllstandsmesser, um Reinigungszyklen präzise zu steuern. Diese Systeme melden beispielsweise, wann eine Kaffeemaschine stark genutzt wurde oder ein Papierkorb voll ist und lösen gezielt Reinigungsaufträge aus.

    Auch der Einsatz von KI-gestützten Systemen nimmt zu, wenn auch langsam in dieser Branche, da sie stark von händischer Arbeit geprägt ist. Erste Pilotprojekte analysieren Kameradaten automatisch, um Verschmutzungsgrad oder Reinigungsbedarf zu erkennen.

    Nachhaltigkeit & neue Hygienestandards

    Reinigungsmittel mit Umweltzeichen wie dem Blauen Engel oder dem EU Ecolabel werden in immer mehr Ausschreibungen vorausgesetzt. Verpackung, Dosierung und Entsorgung rücken stärker in den Fokus. Parallel dazu steigt die Nachfrage nach Verfahren, die Wasser und Energie sparen.

    Die Hygienestandards bleiben hoch: Im Gesundheitswesen oder der Lebensmittelverarbeitung sind antivirale Beschichtungen, keimfreie Zonen und dokumentierte Desinfektionsroutinen fester Bestandteil moderner Reinigungskonzepte.

    Tipp: Hier findest du weitere Trends im Facility Management, und wie du unser Team von Blink auf der CMS Messe treffen kannst.

    Blink für die Reinigung im Facility Management

    Blink ist eine Software für Gebäudereiniger und Facility Manager, die Zeiterfassung, Einsatzplanung, Kommunikation und Materialbestellungen digital abbildet. Sie ist modular aufgebaut, mobil und im Web nutzbar.

    Vorteile von Blink

    • Zeiterfassung – per QR-Code oder NFC, offline nutzbar, mehrsprachig.
    • Einsatzplanung – Dienstpläne zentral erstellen, in Echtzeit anpassen, direkt an Mitarbeiter senden.
    • Kommunikation – DSGVO-konformer Chat, Ticketsystem für Urlaubsanträge, Krankmeldungen und Reklamationen.
    • Materialbestellung – Objektbezogene Bestellungen direkt über die App.
    • Rechtssicherheit – Unterstützung bei Mindestlohn-, Arbeitszeit- und Zollvorgaben mit revisionssicherer Dokumentation.
    • Integration – Schnittstellen zu DATEV, ERP- und Lohnsystemen.

    LET’S TALK!

    Blink Maskottchen zwinkert mit Daumen hoch

    Arbeitsschutz für Reinigungskräfte – Häufige Fragen und Antworten

    Was ist der Unterschied zwischen Gebäudereinigung und Facility Management?

    Gebäudereinigung ist ein Teilbereich des Facility Managements. Das Facility Management umfasst zusätzlich technische, kaufmännische und infrastrukturelle Leistungen, etwa Wartung, Verwaltung oder Sicherheitsdienste.

    Wie kann ich die Reinigungsqualität kontrollieren?

    Neben Sichtprüfungen sind digitale Protokolle, QR-Code-Feedbacks und standardisierte Checklisten üblich. Wichtig ist eine neutrale und regelmäßige Bewertung mit klar definierten Kriterien.

    Was muss ich bei Ausschreibungen von Reinigungsleistungen beachten?

    Leistungen müssen klar und prüfbar beschrieben werden: Fläche, Verfahren, Intervall, Anforderungen. Außerdem solltest du Qualitätskriterien, Nachweise und Eskalationswege für Mängel im Vorfeld festlegen.

    Lohnt sich der Einsatz von Reinigungsrobotern?

    In großen, regelmäßig genutzten Flächen (z. B. Großraumbüros, Lagerhallen, Fertigungshallen) kann der Einsatz wirtschaftlich sinnvoll sein. Voraussetzung ist eine gute technische Integration und ein Konzept für die laufende Betreuung.

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