In diesem Artikel

    So findest du Aufträge für deine Reinigungsfirma

    Wenn wieder keine Anrufe eingehen, niemand auf deine Zeitungsanzeige reagiert und das Ende des Monats näher rückt, ist es Zeit, auf anderen Wegen neue Aufträge für deine Reinigungsfirma zu finden.

    In diesem Artikel erfährst du die 5 wichtigsten Auftragsquellen, mit denen du systematisch neue Kunden gewinnst, ganz ohne großes Werbebudget und ohne komplizierte Marketing-Strategien. Innerhalb von 30 Tagen kannst du damit deine Auftragslage spürbar verbessern.

    Rechtliche Grundlagen der digitalen Zeiterfassung

    Seit dem sogenannten “Stechuhr-Urteil” des Europäischen Gerichtshofs (EuGH) vom 14. Mai 2019 (Az. C-55/18) sind Arbeitgeber verpflichtet, ein objektives, verlässliches und zugängliches System zur Erfassung der täglichen Arbeitszeit jedes Arbeitnehmers einzuführen. Was das konkret bedeutet, ist nicht geklärt.

    Diese Entscheidung basiert auf der Auslegung der europäischen Arbeitszeitrichtlinie. Es zielt darauf ab, die Einhaltung der wöchentlichen Höchstarbeitszeit sicherzustellen. Gleiches gilt für die täglichen und wöchentlichen Mindestruhezeiten.

    Im September 2022 hat das Bundesarbeitsgericht (BAG) diese Verpflichtung bestätigt (Az. 1 ABR 22/21). Klar ist seitdem, dass Arbeitgeber gemäß § 3 Abs. 2 Nr. 1 des Arbeitsschutzgesetzes (ArbSchG) ein System einführen müssen, mit Beginn und Ende der täglichen Arbeitszeit, einschließlich der Überstunden, erfasst werden können.

    Schnellstart: Aufträge in den nächsten 30 Tagen erhalten

    Realistisch betrachtet kannst du innerhalb eines Monats zwei bis drei neue Auftragsquellen erschließen. Das bedeutet nicht sofort volle Auftragsbücher, aber erste konkrete Anfragen, Termine und etwas, das du abrechnen kannst.

    Die Strategie ist einfach: Konzentriere dich zunächst auf die schnell umsetzbaren Maßnahmen. Google My Business optimieren dauert höchstens zwei Stunden. Die Registrierung bei Ausschreibungsplattformen ebenfalls. Wenn diese Grundlagen stehen, erweiterst du Schritt für Schritt. Du musst nicht alle Kanäle gleichzeitig bearbeiten. Besser heute drei Kanäle richtig aufsetzen anstatt zehn nur oberflächlich anlegen.

    Sei mutig: Rufe an einem Tag hintereinander alle Hausverwaltungen in deiner Nähe an und teile mit, dass du aktuell freie Kapazitäten hast. Falls irgendwo gerade ein akuter Engpass besteht, triffst du mit einem solchen Anruf ins Schwarze. Positiver Nebeneffekt: Selbst wenn nicht sofort etwas dabei herausspringt, platzierst du dich bereits in den Köpfen, und das kann sich später auszahlen. Mehr dazu findest du im Kapitel darüber, wie du Hausverwaltungen als Kunden gewinnst.

    Digitale Plattformen & Vermittlungsportale für Reinigungsfirmen

    Platziere dein Angebot auf Kleinanzeigenportalen, Vermittlungsplattformen, Suchportalen für Subunternehmer und großen Ausschreibungsplattformen. Nutze überall dieselben Angaben über dich und dein Angebot. Starte mit zwei bis drei sauber ausgefüllten Profilen und erweitere nach und nach.

    Aufträge finden über Kleinanzeigenportale

    • kleinanzeigen.de wird oft unterschätzt, funktioniert aber überraschend gut für Reinigungsdienstleister. Besonders in kleineren Städten suchen viele Gewerbetreibende hier nach lokalen Anbietern.

    Diese zwei Strategien funktionieren (auch parallel):

    • Aktiv inserieren: Stelle regelmäßig Anzeigen ein, in denen du deine Verfügbarkeit betonst. „Reinigungsfirma hat noch Kapazitäten frei – Büros, Praxen, Treppenhäuser.“
    • Selbst suchen: Durchsuche täglich die neu eingestellten Anzeigen. Viele Auftraggeber inserieren ihre Anfragen dort.

    Wichtig bei kleinanzeigen.de: Antworte immer professionell, auch wenn die Plattform eher privat wirkt. Viele Gewerbetreibende nutzen sie, weil sie mitunter keine Lust auf komplizierte Ausschreibungsverfahren haben und schnell einen Dienstleister wie dich suchen.

     

    Vermittlungsportale für Privat- und Gewerbekunden

    • ExtraSauber arbeitet nach dem Prinzip: Du legst deine Preise fest, die Plattform vermittelt die Kunden. Besonders interessant sind hier die Stammkunden, die dich regelmäßig buchen. Laut Erfahrungsberichten auf dieser Seite verdienen erfolgreiche Partner zwischen 4.000 und 5.000 Euro monatlich.
    • Putzperle.de konzentriert sich auf private Haushalte und kleinere Büros. Die Plattform ist besonders stark in Süddeutschland und wächst stetig. Du kannst selbst entscheiden, welche Aufträge du annimmst.
    • Helpling ist der bekannteste Anbieter, allerdings mit strikten Vorgaben. Dafür bekommst du eine Haftpflichtversicherung bis 5 Millionen Euro gestellt.

    Der Unterschied zu Ausschreibungen: Hier findest du meist Privatkunden oder kleine Gewerbetreibende. Die Aufträge sind kleiner, dafür kommst du schneller zum Zug und kannst sofort starten.

    B2B-Marktplätze für Subunternehmer und Direktkunden

    Auftragsbank.de ist seit 2009 am Markt und vermittelt sowohl Subunternehmer-Aufträge als auch Direktkunden. Hier suchen etablierte Reinigungsfirmen regelmäßig nach Unterstützung, wenn sie Kapazitätsengpässe haben. Du findest Aufträge von der wöchentlichen Büroreinigung bis zur Grundreinigung nach Umzügen.

    Der Vorteil: Du kannst klein anfangen und dich nach und nach steigern. Viele Firmen suchen gezielt nach lokalen Partnern, um Fahrzeiten zu reduzieren.

    Die Kontaktaufnahme läuft direkt über die Plattform. Antworte schnell und konkret. Schreibe nicht austauschbar: „Wir sind eine zuverlässige Reinigungsfirma.“ Schreibe stattdessen: „Wir können den Auftrag noch in dieser Woche übernehmen. Unsere Kapazität für die wöchentliche Büroreinigung liegt bei 15 Stunden pro Woche.“

    Reinigungsaufträge über große Ausschreibungsplattformen

    Ausschreibungsplattformen sind die erste Adresse für planbare, langfristige Aufträge. Privatkunden buchen oft kurzfristig. Aber Aufträge, die aus Ausschreibungen entstehen, laufen meist über mehrere Jahre. Ein einziger Zuschlag kann deine Auslastung für die nächsten zwei bis vier Jahre sichern.

    • aumass eVergabe ist die größte kostenlose Plattform in Deutschland. Hier findest du täglich über 10.000 aktuelle Ausschreibungen, darunter viele für Gebäudereinigung, Unterhaltsreinigung und Glasreinigung. Die Registrierung ist kostenlos, und du kannst nach Postleitzahl, Gewerk und Auftragswert filtern.
    • ibau Xplorer spezialisiert sich auf Bau- und Dienstleistungsausschreibungen. Die Plattform hat eine starke Filterfunktion für Reinigungsdienstleistungen und zeigt dir auch die Vergabestelle und den Ansprechpartner direkt an.
    • evergabe.de konzentriert sich auf öffentliche Ausschreibungen von Städten, Gemeinden und Behörden. Diese Aufträge sind oft besonders lukrativ, weil öffentliche Auftraggeber langfristig planen und zuverlässig zahlen.

    So gehst du vor: Registriere dich bei allen drei Plattformen. Das dauert insgesamt etwa eine Stunde. Stelle täglich Suchalarme für deine Region und deine Leistungen ein. Die meisten Plattformen verschicken dir dann automatisch E-Mails mit passenden Ausschreibungen.

    Der Haken: Du konkurrierst oft mit größeren Firmen. Trotzdem lohnt es sich, weil viele Auftraggeber bewusst auch kleinere Anbieter berücksichtigen wollen.

     

    Zeitaufwand für die Auftragsfindung als Reinigungsfirma

    • Registrierung bei allen Plattformen: 3-4 Stunden einmalig
    • Tägliche Betreuung: 15-30 Minuten für Suchalarme und Antworten
    • Bewerbungen schreiben: 20-30 Minuten pro Ausschreibung

    Das Wichtigste: Fange nicht mit allen Plattformen gleichzeitig an. Starte mit einer Ausschreibungsplattform und einem Vermittlungsportal. Wenn das läuft, erweiterst du nach und nach. Achte darauf, dass du überall exakt dieselben Angaben machst, die sich ebenfalls mit den Angaben in deinem Google Business Profil decken.

    Direkte Kundenansprache & Networking als Reinigungsfirma

    Als Reinigungsunternehmen kannst du an neue Aufträge kommen, indem du auf Hausverwaltungen zu gehst, lokale Netzwerke und Unternehmergruppen triffst, Objekte vor Ort besuchst und dich über die Zeit weiterempfehlen lässt.

    Hausverwaltungen als Kunden gewinnen

    Eine einzige Hausverwaltung betreut oft 50 bis 200 Objekte. Gewinnst du sie als Kunden, öffnet das die Tür zu dutzenden Aufträgen. Trotzdem übersehen viele Reinigungsunternehmer diesen Kanal komplett.

    Hausverwaltungen suchen verlässliche Partner. Ihre Hauptsorge ist nicht der Preis, sondern die Gewissheit, dass der Job ordentlich erledigt wird. Denn Beschwerden von Mietern bedeuten für sie Stress und Mehrarbeit in der Verwaltung.

    So findest du Hausverwaltungen:

    Google einfach „Hausverwaltung [deine Stadt]“ oder „Immobilienverwaltung [deine Stadt]“. Die meisten haben Websites mit Kontaktdaten. Beschäftige dich vor dem Anruf kurz mit deren Schwerpunkt. Notiere dir Name, Telefonnummer und am besten den Namen des Geschäftsführers.

    Alternativ: Gehe durch deine Nachbarschaft und schaue an Mehrfamilienhäusern nach den kleinen Schildern mit der Hausverwaltung. Oft steht dort auch eine Telefonnummer.

    Der richtige Anruf:

    Sage klar, worum es geht: „Guten Tag, hier ist [Name] von [Firma]. Wir sind Gebäudereiniger und haben aktuell noch Kapazitäten für Treppenhausreinigung und Objektbetreuung frei. Falls Sie gerade einen Engpass haben oder mit Ihrem aktuellen Dienstleister nicht zufrieden sind, können wir kurzfristig einspringen.“

    Das ist ehrlich, kurz und lösungsorientiert. Verkaufe nicht deine Firma, sondern biete eine Lösung an.

    Was Hausverwaltungen wirklich brauchen:

    • Treppenhausreinigung (meist wöchentlich oder 14-tägig)
    • Fensterreinigung an Eingängen und Gemeinschaftsbereichen
    • Grundreinigung bei Mieterwechseln
    • Schnelle Verfügbarkeit bei Notfällen (Vandalismus, Verschmutzungen)

    Der große Vorteil: Sind sie einmal zufrieden, ziehen sie dich für weitere Objekte in Betracht und empfehlen dich an befreundete Verwalter weiter. Die Immobilienbranche ist klein und sehr gut vernetzt.

    Preise realistisch kalkulieren:

    Hausverwaltungen haben oft knappe Budgets. Trotzdem: Gehe nicht unter deinen Mindestpreis. Besser weniger Aufträge zu vernünftigen Konditionen als viele zu Dumping-Preisen. Rechne lieber mit Pauschalpreisen statt Stundensätzen, das macht die Abrechnung für beide Seiten einfacher.

    Tipp: In diesem Artikel findest du die aktuellen Mindestlöhne für Reinigungskräfte 2025.

    Aushang

    Lokale Netzwerke und Unternehmertreffen

    IHK und Handwerkskammer:

    Beide Organisationen haben regelmäßige Netzwerktreffen für Unternehmer. Viele Teilnehmer sind Inhaber kleinerer Betriebe, die genau deine Dienstleistungen brauchen

    Melde dich für die Newsletter an und gehe zu ein bis zwei Veranstaltungen pro Quartal. Nicht verkaufen, sondern Kontakte knüpfen. Andere Unternehmer empfehlen dich weiter, wenn sie dich persönlich kennen.

    Werbegemeinschaften, Stadtteil-Vereine, Business-Treffs

    Viele Unternehmer sind in Gruppen organisiert und treffen sich regelmäßig. Die Ziele der Treffen können unterschiedlich sein, zum Beispiel die gemeinsame Planung eines Stadtteilfests. In der Regel steht aber immer die Zusammenarbeit im Mittelpunkt.

    Wer sich regelmäßig trifft und bespricht, baut Vertrauen auf. Über Unternehmervereine oder lokale BNI-Gruppen entstehen wertvolle Kontakte und Geschäftsempfehlungen.

    Kooperationen mit Handwerkern:

    Maler, Elektriker und Installateure arbeiten oft in den gleichen Objekten wie du. Nach größeren Renovierungsarbeiten brauchen Kunden meist eine Grundreinigung. Sprich mit Handwerkern in deiner Nähe und biete eine Kooperation an.

    Konkret: „Falls ihr mal einen Kunden habt, der nach euren Arbeiten eine Grundreinigung braucht, empfehlt uns gerne weiter. Im Gegenzug schauen wir, ob wir euch Renovierungsaufträge zuspielen können.“ Das funktioniert besonders gut mit kleineren Handwerksbetrieben, die noch keine festen Partner haben.

    Subunternehmer-Verhältnisse richtig nutzen:

    Arbeite gezielt mit größeren Reinigungsfirmen zusammen. Sie haben oft mehr Aufträge, als sie abarbeiten können, und suchen verlässliche Subunternehmer. Der Stundensatz ist niedriger als beim Direktkunden, dafür hast du planbare Auslastung und musst dich nicht um Akquise kümmern.

    Wichtig: Lass dir die Konditionen schriftlich geben und bestehe ab dem ersten Auftrag auf eine pünktliche Bezahlung. Manche größeren Firmen zahlen schleppend, das kann dich in Liquiditätsprobleme bringen.

    Unternehmertreff

    Direktansprache ohne Kaltakquise-Stress

    Der Objekt-Rundgang:

    Gehe einfach durch Gewerbegebiete in deiner Nähe und schaue, wo Reinigungsbedarf erkennbar ist. Verschmutzte Eingänge und trübe Glasanbauten sind klare Signale.

    Gehe hinein und frage höflich nach dem Verantwortlichen: „Mir ist aufgefallen, dass Sie vielleicht Unterstützung bei der Reinigung brauchen könnten. Wir sind ein lokaler Anbieter und haben gerade freie Kapazitäten.“

    Viele Geschäftsinhaber sind froh, wenn jemand proaktiv auf sie zukommt, statt dass sie selbst suchen müssen. Dabei ist das Timing alles:

    Die beste Zeit für solche Besuche ist der späte Vormittag (gegen 11 Uhr) oder der frühe Nachmittag (gegen 14 Uhr). Dann sind die meisten Entscheider anwesend und haben Zeit für kurze Gespräche. Vermeide hingegen Montagvormittag (Wochenstress) und Freitagnachmittag (Wochenendgedanken).

    Follow-up ohne nervig zu werden:

    Wenn jemand sagt „Aktuell nicht, aber vielleicht später“, frage: „Darf ich in drei Monaten nochmal nachfragen?“ Die meisten sagen ja. Trage dir das in den Kalender ein und halte dich daran. Eine kurze E-Mail mit dem Betreff „Kurze Nachfrage – Reinigungsdienstleistung“ reicht völlig. Erinnere an das Gespräch und frage, ob sich inzwischen etwas geändert hat.

     

    Persönliche Empfehlungen (“Mundpropaganda”)

    Zufriedene Kunden aktivieren:

    Frage deine besten Kunden direkt: „Kennen Sie andere Unternehmen, die ähnliche Reinigungsdienstleistungen brauchen könnten?“ Die meisten denken dann aktiv darüber nach und empfehlen dich weiter.

    Mache es ihnen einfach: Gib ihnen deine Visitenkarten mit und sage: „Falls Sie jemanden kennen, geben Sie gerne meine Karte weiter.“

    Bewertungen als Türöffner:

    Bitte zufriedene Kunden um Google-Bewertungen. Nicht aufdringlich, sondern beiläufig: „Falls Sie mit unserer Arbeit zufrieden sind, würden wir uns über eine kurze Bewertung bei Google freuen.“ Gute Bewertungen machen die nächste Kundenakquise deutlich einfacher. Du kannst dann sagen: „Schauen Sie gerne unsere Bewertungen bei Google an. Dort sehen Sie, was andere Kunden über unsere Arbeit sagen.“

    Der Schneeballeffekt:

    Ein zufriedener Kunde empfiehlt dich an zwei weitere. Die empfehlen dich wieder weiter. Nach einem Jahr hast du ein Netzwerk von Fürsprechern, die deine Akquise-Arbeit übernehmen. Das funktioniert aber nur, wenn deine Arbeit wirklich gut ist. Mittelmäßige Qualität führt zu mittelmäßigen Empfehlungen, oder gar keinen.

    Lokales Online-Marketing mit kleinem Budget

    Um deine Reinigungsfirma online zu platzieren und darüber deine Kunden zu erreichen, richte ein Google Business Profil ein, platziere dich auf ausgewählten Social-Media-Plattformen wie Facebook und achte darauf, dass deine Unternehmensdaten überall exakt gleich lauten.

    Google My Business: Dein digitales Schaufenster

    Google My Business ist ein wichtiges und dabei kostenloses Marketing-Tool. Wenn du dort registriert bist, platzierst du dich auch auf Google Maps. Trotzdem nutzen es viele Reinigungsfirmen schlecht oder gar nicht. Dabei sehen potenzielle Kunden deinen Eintrag, bevor sie deine Website besuchen.

    So richtest du Google My Business optimal ein:

    Gehe zu business.google.com und lege deinen Eintrag an. Wähle „Gebäudereinigungsservice“ als Hauptkategorie. Du kannst bis zu 10 Kategorien hinzufügen, aber konzentriere dich auf die wichtigsten: 

    • „Reinigungsservice“
    • „Büroreinigung“
    • „Fensterreinigung“

    Fülle dein Profil vollständig aus: Öffnungszeiten, Telefonnummer, Website (wenn vorhanden), Beschreibung. Google bevorzugt vollständige Profile und zeigt sie häufiger an.

    Fotos, die Vertrauen schaffen:

    Lade mindestens 10 Fotos hoch. Nicht nur dein Logo, sondern echte Arbeitsfotos: Das Team bei der Arbeit, Vorher/Nachher-Bilder, gereinigte Büros und Fahrzeuge mit deinem Firmenlogo. Authentische Bilder funktionieren besser als Stockfotos.

    Die Beschreibung:

    Du hast 750 Zeichen zur Verfügung, aber jedes Wort zählt. Schreibe nicht: „Wir sind eine erfahrene Reinigungsfirma mit hohen Qualitätsstandards.“ Das sagt jeder.

    Beschreibe stattdessen deine Leistungen: „Büroreinigung, Treppenhausreinigung und Fensterreinigung in [deine Stadt]. Feste Ansprechpartner, wöchentliche oder 14-tägige Termine möglich. Kurzfristige Verfügbarkeit bei Grundreinigungen.“

    Bewertungen sammeln:

    Frage deine besten Kunden persönlich um eine Google-Bewertung. Nicht per E-Mail oder WhatsApp, sondern im direkten Gespräch. „Herr Müller, falls Sie mit unserer Arbeit zufrieden sind, würden wir uns sehr über eine kurze Bewertung bei Google freuen. Das hilft uns, neue Kunden zu gewinnen.“

    Die meisten sagen spontan zu und machen es dann auch. Schicke ihnen den direkten Link zu deinem Google-Profil aufs Smartphone, das macht es ihnen einfacher. Fünf gute Bewertungen sind besser als 20 mittelmäßige. Konzentriere dich auf deine Topkunden.

    Google Posts nutzen:

    Diese Funktion übersehen die meisten. Du kannst direkt in deinem Google My Business-Profil kleine Updates posten: „Neue Kapazitäten für Büroreinigung frei“ oder „Grundreinigung nach Renovierung – jetzt Termin vereinbaren.“

    Diese Posts erscheinen in der Google-Suche und halten dein Profil aktuell. Einmal pro Woche reicht völlig.

    Kontaktdaten überall gleich halten

    Sorge dafür, dass deine Adresse und Telefonnummer auf der Website, bei Google My Business und in allen Branchenverzeichnissen identisch geschrieben sind. Auch Kleinigkeiten wie „Str.“ vs. „Straße“ können Google verwirren.

    Branchenverzeichnisse nicht vergessen:

    Trage dich in die kostenlosen Verzeichnisse ein: Gelbe Seiten, Das Örtliche, Bing Places usw. Das dauert pro Eintrag 5 Minuten und bringt zusätzliche Sichtbarkeit. Die meisten Kunden schauen bei mehreren Quellen, bevor sie anrufen.

    Social Media für deine Reinigungsfirma

    • Facebook für lokale Präsenz: Erstelle eine Facebook-Seite für dein Unternehmen. Poste wöchentlich ein Foto von der Arbeit oder einen Hinweis auf freie Kapazitäten. Nicht täglich, das nervt und bringt in diesem Falle nichts. Tritt lokalen Facebook-Gruppen bei: „Unternehmer [deine Stadt]“ oder „Gewerbe [deine Stadt]“. Dort stellen Geschäftsinhaber oft direkt Anfragen nach Dienstleistern.
    • WhatsApp Business als Kontaktkanal: Viele Kunden schreiben lieber eine WhatsApp, als anzurufen. Richte WhatsApp Business ein und erwähne die Nummer auf deiner Website und deinen Visitenkarten. Antworte schnell, idealerweise binnen einer Stunde. Das unterscheidet dich von Konkurrenten, die E-Mails erst am nächsten Tag beantworten.
    • Instagram nur, wenn es Spaß macht: Instagram funktioniert für Reinigungsfirmen, aber nur mit richtig guten Vorher-Nachher-Fotos und -Storys. Falls du kein Talent für Fotos hast, lass es. Lieber einen Kanal richtig als drei schlecht.

    Kundentypen & Zielgruppen systematisch erschließen

    Um als Reinigungsfirma Aufträge zu finden, kannst du dich mit Privatkunden, gewerblichen Kunden und öffentlichen Auftraggebern beschäftigen. Es gibt jeweils Spezialisierungsrichtungen, wie die Bauendreinigung oder eine Härtefallreinigung von Messi-Wohnungen und Leichenfundorten (bei alleine Verstorbenen oder als Tatortreiniger).

    Privatkunden als einfacher Einstieg in die Auftragsgewinnung

    Warum Privatkunden ein guter Start sind:

    Privatkunden entscheiden schnell und unkompliziert. Keine langwierigen Ausschreibungsverfahren, keine Gremien, die mitentscheiden müssen. Du rufst an, machst einen Termin, gibst ein Angebot ab und fertig.

    Die Aufträge sind meist kleiner, dafür bekommst du schneller Referenzen, Vorher-/Nachher-Bilder und Cashflow. Privatkunden können ein guter Start sein und lassen dich anfangs schnell deine Auslastung erhöhen.

     

    Die lukrativsten Privatkunden-Bereiche:

    • Grundreinigung nach Umzügen: Hier haben Leute Zeitdruck und zahlen gerne für professionelle Hilfe.
    • Regelmäßige Haushaltsreinigung: Doppelverdiener-Haushalte mit wenig Zeit.
    • Fensterreinigung: Besonders bei Einfamilienhäusern mit vielen oder schwer erreichbaren Fenstern und Glasanbauten.
    • Teppichreinigung: Die Spezialisierung lohnt sich, weil tendenziell weniger Konkurrenz vorhanden ist.

     

    So findest du Privatkunden:

    • Nutze Vermittlungsportale: Putzperle.de, Helpling, ExtraSauber. Dort sind die Kunden bereits auf der Suche nach Dienstleistern wie dir.
    • Lokale Facebook-Gruppen: Gruppen wie „Verkaufe/Suche [deine Stadt]“ oder „Nachbarschaftshilfe [deine Stadt]“. Dort posten Leute regelmäßig Gesuche nach Reinigungskräften.

     

    Preisgestaltung bei Privatkunden:

    • Privatkunden vergleichen oft nur den Stundensatz, nicht die Gesamtleistung. Erkläre deshalb immer, was in deinem Preis enthalten ist: eigene Reinigungsmittel, Versicherung, Zuverlässigkeit.
    • Arbeite mit Pauschalpreisen statt Stundensätzen. „Komplette Wohnungsreinigung für 120 Euro“ klingt besser als „15 Euro pro Stunde, dauert etwa 8 Stunden“.

     

    Gewerbliche Kunden für deine Reinigungsfirma

    Büros und Praxen

    Büros brauchen regelmäßige Reinigungen mindestens einmal pro Woche. Das bedeutet planbare Einnahmen über Jahre hinweg. Arztpraxen haben besonders hohe Hygieneanforderungen und zahlen entsprechend bessere Preise.

    Tipp: Wenn Reinigungen anspruchsvoller werden, steigen auch die dafür gültigen Lohngruppen der Gebäudereinigung.

     

    Fitnessstudios und Restaurants:

    Diese Branchen haben täglich einen hohen Reinigungsaufwand. Fitnessstudios brauchen täglich eine Reinigung, Restaurants nach Feierabend eine intensive Küchenreinigung.

    Der Vorteil: Du arbeitest meist außerhalb der Geschäftszeiten und störst den Betrieb nicht.

     

    Hotels und Pensionen als Spezialisierung:

    Die Hotelreinigung erfordert Geschwindigkeit und Routine, dafür sind die Abläufe standardisiert. Wenn du einmal den Dreh raus hast, kannst du sehr effizient arbeiten.

     

    So kommst du an Gewerbekunden:

    Gehe direkt vor Ort. Besonders bei kleineren Betrieben funktioniert der persönliche Kontakt besser als E-Mails oder Anrufe. Frage nach dem Inhaber oder Geschäftsführer.

    Dein Opener: „Ich führe eine lokale Reinigungsfirma und wir haben aktuell noch Kapazitäten frei. Falls Sie Unterstützung bei der Büroreinigung brauchen oder mit Ihrem jetzigen Anbieter nicht zufrieden sind, kann ich Ihnen bis heute Abend ein Angebot zukommen lassen.“

     

    Öffentliche Auftraggeber

    Warum öffentliche Aufträge interessant sind:

    Städte, Gemeinden und Behörden vergeben oft große Aufträge über mehrere Jahre. Die Bezahlung ist sicher und die Aufträge planbar.

    Typische öffentliche Aufträge:

    • Schulreinigung (meist täglich nach Unterrichtsschluss)
    • Verwaltungsgebäude (Büroreinigung)
    • Sporthallen und Schwimmbäder
    • Kindergärten (hohe Hygieneanforderungen)

    Das Ausschreibungsverfahren verstehen:

    Öffentliche Träger müssen ab bestimmten Summen öffentlich ausschreiben. Das läuft formal ab, aber wenn du die Regeln kennst, hast du gute Chancen.


    Wichtige Punkte in Ausschreibungen:

    • Technische Eignung: Welche Qualifikationen brauchst du?
    • Wirtschaftliche Leistungsfähigkeit: Umsatz der letzten Jahre, Referenzen
    • Preisgestaltung: In der Regel wird nach dem wirtschaftlichsten Angebot entschieden


    Referenzen sammeln:

    Öffentliche Auftraggeber wollen Sicherheit. Sammle Referenzen von anderen gewerblichen Kunden, bevor du dich bei großen öffentlichen Ausschreibungen bewirbst. Schreibe Referenzschreiben sofort nach Projektabschluss, nicht erst Jahre später. Ja, öffentliche Ausschreibungen bedeuten mehr Bürokratie. Dafür sind die Aufträge größer und laufen länger. Ein einziger Zuschlag kann deine Auslastung für Jahre sichern.

     

    Sonderbereiche mit wenig Konkurrenz

    • Industriereinigung: Produktionshallen, Werkstätten, Lager. Hier braucht es oft Spezialwissen, aber die Konkurrenz ist geringer. Wenn du bereit bist, dich einzuarbeiten, winken gute Margen.
    • Baustellen-Reinigung: Bauunternehmen brauchen regelmäßig Endreinigungen nach Fertigstellung. Kontaktiere lokale Bauunternehmen und biete deine Dienste an.
    • Event-Reinigung: Messehallen, Veranstaltungsorte, Hochzeitslokale. Mitunter kurzfristig, dafür gut bezahlt. Arbeite mit Eventagenturen zusammen.
    • Notfall-Reinigung: Wasserschäden, Brandschäden, Vandalismus. Hier ist Schnelligkeit gefragt und Kunden zahlen Premiumpreise. Aber du musst 24/7 erreichbar sein.

    Die richtige Reihenfolge beim Kundenaufbau

    • Phase 1 (Monate 1-3): Privatkunden und kleine Gewerbetreibende: Sammle Erfahrungen, baue Referenzen auf, sorge für den ersten Cashflow.
    • Phase 2 (Monate 4-12): Mittlere Gewerbetreibende und Hausverwaltungen: Nutze deine Referenzen, um größere Kunden zu gewinnen. Baue langfristige Partnerschaften auf.
    • Phase 3 (ab Jahr 2): Öffentliche Aufträge und Spezialbereiche: Bewirb dich bei größeren Ausschreibungen. Spezialisiere dich auf lukrative Nischenbereiche.

    Tipp: Hier findest du mehr zur Grundausstattung für Gebäudereiniger.

    Software für den Büroalltag als Reinigungsfirma

    • Terminplanung: Google oder Apple Kalender (kostenlos):
    • Speziell für Reinigungsfirmen: Blink.de als Deutsche Software speziell für Gebäudereiniger. Bietet Zeiterfassung, Dienstplanung und Materialbestellung in einer App. Deine Mitarbeiter können sich am Smartphone ein- und ausloggen.
    • WhatsApp Business für Kundenkommunikation
    • Excel für Kundenliste und Kalkulationen
    • Google Drive für Dokumente und Fotos
    • Buchhaltung: Sevdesk oder Lexware Office, darin kannst du Angebote erstellen, Rechnungen erzeugen, Belege sammeln und buchen sowie deine Steuererklärung vorbereiten.

    Blink ist besonders dann sinnvoll, wenn du bereits mehrere Mitarbeiter beschäftigst oder viele verschiedene Objekte betreust. Die App hilft dir, den Überblick zu behalten und macht die tägliche Verwaltung leichter und schneller.

    Ein großer Vorteil: Du siehst in Echtzeit, wo deine Teams gerade arbeiten und wie lange sie für welche Objekte brauchen. Das hilft dir bei der Kalkulation für neue Aufträge und zeigt dir, wo ihr noch Geld liegen lasst.

    Mehr Zeit für Aufträge, weniger Zeit im Büro

    Du verbringst zu viel Zeit im Büro anstatt beim Kunden? Du möchtest endlich weg davon, wöchentlich Stunden mit der Planung und Verwaltung zu verbringen? In Blink erledigst du in wenigen Klicks, wofür du dir bisher etliche Stunden blocken musstest.

    Wir helfen dir gerne dabei und freuen uns schon auf deine Anfrage – per Mail oder Telefon. Und deinem Blink-Moment steht schon bald nichts mehr im Wege.

    LET’S TALK!

    Blink Maskottchen zwinkert mit Daumen hoch

    Aufträge für deine Reinigungsfirma – Häufige Fragen und Antworten

    Wie lange dauert es, bis ich die ersten Aufträge für meine Reinigungsfirma bekomme?

    Bei Vermittlungsportalen wie Putzperle oder ExtraSauber kannst du binnen weniger Tage erste Anfragen bekommen. Google My Business zeigt meist nach 2-4 Wochen Wirkung. Ausschreibungen dauern länger, hier vergehen oft 2-3 Monate bis zum Zuschlag. Mit Akquise-Anrufen kannst du in der ersten Woche bereits einen Treffer landen.

    Welche Plattform zur Kundengewinnung ist am wichtigsten?

    Google My Business. Das ist kostenlos, funktioniert für alle Kundentypen und bringt dir lokale Sichtbarkeit. Wenn du nur eine Stunde Zeit hast, investiere sie in Google My Business.

    Wie finde ich heraus, welche Hausverwaltungen es in meiner Stadt gibt?

    Google „Hausverwaltung [deine Stadt]“ oder gehe durch Wohngebiete und schaue nach den Hinweisen an Mehrfamilienhäusern. Dort stehen meist der Name der Verwaltung und eine Telefonnummer.

    Was mache ich, wenn Kunden nicht antworten?

    Hake höflich nach. Nach einer Woche eine kurze E-Mail: „Haben Sie Fragen zu unserem Angebot?“ Nach zwei Wochen ein kurzer Anruf. Danach lass es sein, denn aufdringlich werden schadet mehr, als es nützt.

    Soll ich Subunternehmer-Aufträge annehmen?

    Am Anfang ja. Das gibt dir Cashflow und Referenzen. Langfristig solltest du aber eigene Direktkunden aufbauen. Subunternehmer-Aufträge sind eher ein Sprungbrett, kein Dauerzustand.

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